Kurios

Clueso, Mark Forster und Co: Mit Imagewechsel zum Erfolg

Als Kobra versuchen den US-Markt zu erobern, als Pianist Kurt Krömer begleiten, als Rapper auf die Hip-Hop-Elemente schwören – die Wege zum Pop-Ruhm sind vielfältig.

von Björn Rohwer

Ein Demo-Tape aufnehmen, entdeckt werden und direkt in den Charts landen – bei den wenigsten ist der Weg so gradlinig. Diese sieben KünstlerInnen zeigen, dass man sich für den Erfolg manchmal sogar neu erfinden muss.

Bosse als Teil der Band Hyperchild

Erste Erfolge in der Musikindustrie feierte Axel Bosse schon 2000. Gemeinsam mit der Braunschweiger Band Hyperchild coverte der damals 17-Jährige den Song „Wonderful Life“ und landeten nicht nur auf VIVA sondern auch auf Platz 80 der Charts. Nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums löste sich die Rockband auf und Bosse arbeitete an seiner Solokarriere. 

 

Sarah Connor als Sarah Gray

Dass Sarah Lewe einmal Musikerin werden wollte, war ihr früh klar – schon in der Schulzeit arbeitete sie hart daran, ihren ersten Plattenvertrag zu bekommen. Mit 18 gab sie sich den Künstlernamen „Sarah Gray“, der auf ihren Großvater zurück gehen soll. Nachdem sie mit ihren Demo-CDs bei mehreren Labels abblitzte, wurde sie 2000 schließlich unter Vertrag genommen – um noch internationaler zu wirken nun unter dem Namen „Sarah Connor“.

 

Adel Tawil als Kane von The Boyz

Bevor Adel Tawil mit Ich + Ich durchstartete, landete er schon mit einem anderen Projekt in den Charts – The Boyz. 1995 wurde er als „Kane“ zusammen mit Florian „Flow“ Fischer und Tarek „T-Soul“ Hussein bei einem Talentwettbewerb entdeckt. Zusammen mit Salvatore Di Blasi und Stephane Kroll-Marongiu brachten sie 1997 ihre erste Single „Round & Round“ als The Boyz heraus. Ihr größter Hit, One Minute, erreichte immerhin Platz Neun der deutschen Charts.

 

Clueso als Rapper bei den WostockMCs

Cluesos musikalische Karriere begann nicht als Singer-Songwriter sondern als Rapper. Schon damals nannte er sich Clueso, war mit dem Erfurt Projekt 1996 beziehungsweise den WostockMCs aber ganz den Elementen des Hip Hops verschrieben. Stücke seiner Crew lassen sich auf YouTube nicht mehr finden – dafür aber ein Interview aus dem Jahr 1998. Besonders schön seine Aussage zu den Fantastischen Vier. Wie hätte er als jugendlicher Realkeeper damals auch ahnen können, dass er 20 Jahre später mit eben jener Crew einen Sommerhit rausbringen wird.

 

Mark Forster als Kurt Krömers Sidekick

Nach dem Abitur studierte Mark Forster erst Rechtswissenschaften und machte seinen Abschluss dann doch in der Betriebswirtschaftslehre. Danach versuchte er eine Karriere als Pianist, Sänger und Songwriter zu starten. Für einige Jahre landete er dabei bei Kurt Krömer. Erst komponierte er die Titelmelodie seiner Fernsehsendung, wurde dann als „Producer“ zum Mann für Alles und ging als Sidekick mit Krömer von 2007 bis 2010 auf Tour. Mal spielte er den afrikanischen Musiker Mitumba Lumbumba – meistens aber einen schwerhörigen, polnischen Pianisten. 

 

Yvonne Catterfeld als Viviane

Yvonne Catterfelds Zeit unter anderem Künstlernamen war sehr begrenzt – und stilistisch schon nah an ihrer späteren Karriere. Nach ihrem Gesangsstudium nahm sie 2000 am MDR-Wettbewerb „Stimme 2000“ teil und wurde Zweite. Auf dem Sampler zur Sendung erschien dann ihre erste Aufnahme: Das Lied „Whenever you need a friend“ unter dem Künstlernamen Viviane. Direkt nach der Show bekam sie einen Vertrag bei BMG (im Gegensatz zu den Gewinnern), legte ihren Künstlernamen ab und veröffentlichte erst als Catterfeld und dann unter vollem Namen ihre Lieder. 2003 kam dann der Durchbruch mit „Für dich“.

 

Xavier Naidoo als Kobra

Xavier Naidoos Weg zur Solokarriere war kein leichter. Man könnte fast sagen, dass der Weg steinig und schwer war. Erst arbeitete er als Koch, Bademodenmodell und Türsteher – dann ging es in die USA. Als Kobra brachte er 1993 hier sein erstes Soloalbum heraus. Seine Interpretationen von „Stand By Me“ und „Ave Maria“ fanden aber kein Publikum in den Vereinigten Staaten und er trennte sich von seiner damaligen Produzentin. 

Zurück in Deutschland klappte es besser und über Musicalproduktionen, Auftritte als Backgroundsänger des Rödelheim Hartreim Projektes und die Söhne Mannheims wurde er schließlich einer der bekanntesten Künstler Deutschlands. Seine damalige Produzentin versuchte das Kobra-Album 2003 nochmal in Deutschland unter dem Titel „Seeing is believing“ herauszubringen, was Naidoo aber verhinderte. Er war dabei so gründlich, dass sich im Netz auch heute keine Hörbeispiele des, nach eigener Aussage, „seelenlosen“, ersten Werks Naidoos finden.

Foto: Collage – Nina Kuhn / Universal Music (Sarah Connor), Jens Koch (Mark Forster), Christoph Köstlin (Clueso)